12. Tag: Tromsø - Harstad (330km)

Die Nacht war richtig erholsam, und auf uns wartet ein richtig tolles Frühstück. So stellt man sich das vor im Urlaub. Ein nettes, liebevoll gestaltetes Buffet, bei dem der Küchenchef noch selbst prüft ob alles vorrätig ist. Im Hintergrund ganz gechillte Musik. Richtig prima. Auf der heutigen Tour, die ja nicht allzu lang ist, wollen wir uns den Malselvfossen angucken. Dieser Wasserfall oder diese Stromschnelle, so richtig kann man das wohl nicht einordnen, soll sich lohnen. 

 

Die Fahrt dort hin ist schon ganz nett und kurvenreich. Wir kommen auch an einer schönen Tourifalle vorbei: am Straßenrand stehen mehrere Tipis, die "original" norwegische Artikel im Angebot haben. Man hätte sogar mit Kreditkarte zahlen können. Echt modern die Leute. Wir haben es aber geschafft so weiter zu fahren. Obwohl ich so ein Rentierfell schon cool fand!

Am Malselvfossen selbst ist es angenehm kühl durch das zerstäubte Wasser in der Luft. Allerdings muss man auch mit vielen Moskitos rechnen, die viel Durst haben. Wir gönnen uns selbstgeräucherten, leckeren Lachs auf selbstgebackenem Brot und dazu Kaffee. Und das vor dieser tollen Kulisse. Der Umweg hat sich mal wieder gelohnt!

Auf der weiteren Fahrt werde ich Opfer meiner eigenen Schusseligkeit. Im Navi ist noch "Fähren erlaubt" eingestellt und so fahren wir nicht den von uns geplanten Weg, sondern über kleine Straßen entlang vieler Fjorde. Hier ist eine Enduro wirklich angebracht, so schlecht ist der Straßenzustand. Aber landschaftlich und fahrerisch wirklich ein Highlight. Plötzlich stehen wir vor einem Anleger - ich begreife langsam meinen Fehler. Da die Tanks fast leer sind und wir seit einer Ewigkeit keine Tanke gesehen haben, warten wir also auf die Fähre und hoffen. Einen Fahrplan gibt es irgendwie nicht, dafür aber ein unverschlossenes Wartehaus. So sitzen wir wenigstens trocken ...über drei Stunden lang. 

Am Abend im Hotel, treffen wir auf einen weiteren Mopedfahrer. Ein echter Großkotz, der so richtig auf die Kacke haut und uns volltextet, bis wir die Flucht ergreifen. Naja, die muss es halt auch geben. Jetzt muss ich mich mal wieder austoben und nutze die Sporteinrichtungen. Die Sauna ist übrigens echt toll. Sie ist quasi als Glaskastenbalkon vor das Hotel gebaut, aus der man einen traumhaften Ausblick auf den Fjord hat. An sich hat das Hotel echt Potential, aber die Küche ist richtig schlecht. Deshalb ist es auch wieder Zeit für einen Schluck unserer Medizin. Sicher ist sicher. Noch einen Cache gesucht und die Strecke für den morgigen Tag geplant - so eine Panne soll uns nicht noch einmal passieren - geht ein ereignisreicher Tag zu Ende.