Resumee XL700V auf großer Reise

Diese Reise war auch im Hinblick auf unsere Mopeds und das von uns verwendete Zubehör sehr lehrreich. Daran möchte ich euch natürlich teilhaben lassen.

 

Also, das Moped an sich ist ein echt gelungenes Reisemotorrad, auf dem man viele Kilometer völlig stressfrei abreiten kann. Die Sitzbank ist das bequemste, was ich bisher an einem meiner Mopeds gefunden habe. Der Motor macht mit seinen 60PS erstaunlich viel Spaß und ist ein angenehmer Reisepartner. Es steht eigentlich immer ausreichend Drehmoment zur Verfügung, er läuft sehr vibrationsarm und wenn man will, kann er auch recht ordentlich zur Sache gehen. Verglichen mit der guten alten Africa Twin, welche ich ja auch mal gefahren bin, würde ich sagen, dass die Transalp ihr motorseitig um nichts nachsteht. Im Gegenteil, der Motor reagiert durch die moderne Einspritzung viel spontaner auf Gasbefehle und man hat das Gefühl flotter unterwegs zu sein.

 

Auf 8.000 km war für uns kein Ölverbrauch feststellbar. Wir mussten schon ab und zu extra an eine Kontrolle denken, was man schnell vergessen kann, wenn man weiß, dass es eigentlich nicht notwendig ist.

 

Der Sound ist angenehm kernig, ohne jedoch auf langen Strecken nervig zu werden. Die Transalp klingt einfach angenehm. Nicht so die olle Cockpitverkleidung aus Plastik. Hier musste ich erst herausfinden, was die nervigen Geräusche verursachte. Diese besteht nämlich aus mehreren Teilen, die bei bestimmten Drehzahlen aneinander "reiben". Konnte ich leicht mittels selbstklebenden Filzstücken abstellen.

 

Der Windschutz ist gut und bis zu den Schultern (Ich bin ca. 1,80m) wirkungsvoll. Der Kopf ist komplett im Wind und es entstehen somit auch keine Turbulenzen. Das von mir verbaute Zubehör (Lenkererhöhung, Handguards, Adapter für den Tankrucksack und Motorschutz) haben sich bewährt und kann ich jedem empfehlen.

 

Zum Gepäck: der Tankrucksack ist eine Wucht. Teuer, aber jeden Cent wert. Ich hatte noch den dazu passenden Navihalter besorgt, welcher absolut ausreichend ist und bei Regen mit unter der Haube verschwindet. Er verhindert jedoch den Blick auf den Tacho, was schon blöd ist. Das Navi an sich: hier macht es Sinn etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und ein Gerät wie das Garmin Zumo 660 zu kaufen, welches auch für die Zwecke ausgelegt ist und nicht nach drei Tagen den Geist aufgibt, wie das von und anfangs verwendete Navigon - Ist halt ein normales Navi, wie man es für Autos kennt.

 

Der Gepäckträger von Hepco ist super, ich habe ihn bisher aber nicht abgenommen. Beim nächsten Mal würde ich vielleicht einen nehmen, der gar nicht anzunehmen ist. Das Ortlieb Rack Pack ist einfach eine tolle Tasche. Völlig unkompliziert und super wasserdicht. Aber ich würde beim nächsten mal eine Nummer kleiner nehmen. 89l sind doch schon ein ganz schöner Trumm. Die Ortlieb Seitentaschen sind von ihrer Funktion her perfekt. Und das zu dem Preis! Wer nur gelegentlich verreist, ist hiermit bestens bedient. Ich habe mir jedoch direkt nach der Reise Koffer bestellt, weil ich das Gepäck nicht immer mitschleppen möchte und auch gerne mal verschlossen am Motorrad zurücklassen will. Und ich denke sie sehen optisch geschickter aus.

 

Vattern hat eine andere Lösung für die Gepäckfrage gefunden. Ihm waren irgendwelche Kofferträger und ausladende Seitentaschen zu sperrig und doof. Daher hat er sein ganzes Zeugs in drei Packsäcke verpackt und diese zusammen festgeschnallt. Funktioniert hat das tadellos: der Vorteil ist natürlich die schmalere Silhouette - man kann sich in der Stadt besser an Autos vorbeimogeln. Verbrauchsmäßig konnten wir bei den niedrigen Geschwindigkeiten ohne Autobahn keine Unterschiede feststellen. Nachteilig fand ich persönlich den deutlich höheren Schwerpunkt seiner Maschine. Verschlossen waren die Sachen genausowenig, kann man also auch nicht einfach irgendwo stehen lassen. Auf jeden Fall werde ich bei der nächsten Tour zu meinen Koffern lediglich ein kleines Rack Pack, wie er zwei dabei hatte, für die Klamotten mitnehmen.

Die Heizgriffe habe ich auch einige Male angehabt, besonders im Regen. Eine angenehme Geschichte aber leider sind die Griffe halt auch etwas dicker, was die Hände und Unterarme auf Dauer schneller ermüden lässt. Da muss man wissen, was man lieber möchte.

 

Der Hinterreifen hat mit der vollen Beladung von knapp 45 Kilo gute 8.500 Kilometer überstanden. Kein Langläufer aber ich denke für das Profil ist der Wert in Ordnung. Ich werde bald mal den neuen Heidenau K60 Scout testen. Die Freigabe für die Transalp ist endlich da.

 

Die einzige Schwachstelle ist meiner Meinung nach die relativ geringe Bodenfreiheit, das Federbein und die Kette. Auf langen Touren ist ein Kardan einfach genial. Die Transalp müsste also nur etwas bessere Federelemente haben und Kardan. Dann würde ich sie nicht mehr hergeben - was ich so auch vorerst nicht tue, weil mir jede Alternative zu teuer ist. Und als Alternative gibt es für mich momentan nur die R1200GS und die XT1200Z. Vielleicht im nächsten Jahr noch den Honda Crosstourer, mal abwarten. Wobei ich 1200ccm zum Reisen eigentlich auch nicht brauche. Vielleicht habe ich irgendwann mal Geld über, dann schaue ich mir die Alternativen mal genauer an.