Fischereihafenrennen 2011

Seit Jahren wollten wir mal nach Bremerhaven zum Fischereihafenrennen. Letztes Jahr hat es leider nicht geklappt, weil am Abend zuvor eine Feier war, die uns alles abverlangt hat. Aber dieses Jahr sollte nichts dazwischenkommen.

 

Wir haben uns morgens um 09:00 Uhr mit acht anderen Kumpels getroffen und sind dann gemeinsam auf der Landstraße Richtung Bremerhaven gecruist. Auf dem Weg dorthin wurde unsere Gruppe immer größer, sodass wir mit ca. 20 Mopeds dort ankamen. Bei meinen letzten Besuchen ist mir die Stadt immer wieder durch ihre zahlreichen Biker aufgefallen. Ich kenne Bremerhaven schon seit vielen Jahren, aber besonders in letzter Zeit hat sich viel verändert und die Stadt hat sich richtig gemausert. Die Hafengegend der Innenstadt wurde quasi komplett neu gestaltet. Attraktionen wie das Klimahaus, das Auswandererhaus und einige Dinge mehr warten noch darauf auch von uns besichtigt zu werden. Also ein Besuch lohnt sich in jedem Fall - soviel schon an dieser Stelle.

 

Biker dominierten am Pfingstmontag die Stadt. Aber alles noch in einem vernünftigen Rahmen und nur so voll, dass man mit seinem Bike einen Parkplatz finden konnte - bestens bewacht von der blau-silbernen Rennleitung. Danke Jungs! Schnell für 16€ pro Person ein Ticket gekauft und rein ins Getümmel.

Da das Rennen auf einer sonst von normalen PKW und LKW befahrenen Straße im Industriegebiert stattfindet, besteht eine der Herausforderungen für die Fahrer im wechselhaften und teilweise schlechten Strassenbelag. Die Streckenführung ist zum Teil sehr eng. Auslaufzonen gibt es quasi nicht und Strohballen sollen das Schlimmste verhindern. Für die Zuschauer ein Highlight, da man im Prinzip echt fast auf der Strecke steht. Man kann sich einfach ein schönes Plätzchen suchen wo es einem gerade gefällt. Auch eine ordentliche Stuntshow (im Handout beim Rennen als Standshow bezeichnet, lol) gehörte natürlich mit zum Rahmenprogramm. Besonders toll auch das offene Fahrerlager, in dem man sich die Maschinen anschauen und bei Bedarf mit den Teams quatschen kann.

Wir haben uns aufs Zuschauen beschränkt und eigentlich von jedem Teil der Strecke mindestens ein Rennen gesehen. Es gibt elf verschiedene Klassen: moderne Twins und Triples, Gespanne, Superbikes, Oldies, Supermoto, etc. Alle Klassen waren toll anzusehen und hatten ihren eigenen Reiz - sowohl die waghalsigen Gespanntreiber, als auch die stärksten Maschinen im Feld. Durchschnittsgeschwindigkeiten von weit über 90km/h sind durchaus drin - und das auf dem engen Kurs. Der Sound der Maschinen ist markerschütternd und verursacht schnell eine Gänsehaut. Ansonsten ist die Stimmung absolut entspannt und fast schon familiär. Starallüren gibt es dort nicht. 

Und neben den Rennen kriegt man diverse Kuriositäten zu sehen, wie auf diesem Bild. Der Erfindungsreichtum mancher Menschen ist schon beeindruckend. 125ccm für einen Bierkasten übrigens auch - das Ding geht gut ab!

Leider bleibt auch der eine oder andere Crash bei den Hobbypiloten nicht aus. Wir haben ein Glück nur einen harmlosen gesehen und einmal den Krankenwagen abfahren sehen. Toll auch, dass sich manche Fahrer mit strassenzugelassenen Maschinen im Feld behaupten können und immerhin nicht letzter werden. Das Kennzeichen an einer Maschine kann schon ein Schlag ins Gesicht für andere Teams sein. 

Wir haben einen schönen Tag verbracht und lauter tollte Eindrücke gewonnen. Besonders Vicky kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und ist spätestens jetzt vollends vom Mopedvirus infiziert. Seit dem geht es nur noch um das Thema, welches Moped ihr wohl am besten passen würde. Naja, kommt Zeit kommt Rat. 'Nen dicker BMW Boxer ist auf jeden Fall auch nicht zu verachten: gekonnt bewegt macht er den großen 1000er V2 Supersportlern gehörig das Leben schwer. Team Wunderlich hat da einen mit einem scheinbar prima Fahrer am Start.

Wer möchte kann sich mit Stickern, Klamotten und lauter Krimskrams rund um's Bike versorgen. Überall gibt es Getränkestände und Fressbuden - da muss keiner hungern. Nach etlichen Stunden haben wir uns ganz entspannt auf den Rückweg gemacht und tolle Erinnerungen mitgenommen, die vielleicht bis zum 55. Fischereihafenrennen reichen.