11. Tag: Ballater - Edinburgh (250km)

Wir verlassen Ballater Richtung Süden und halten ein paar Kilometer weiter schon wieder an. Vicky will sich unbedingt das Balmoral Catle ansehen. Das Schloss liegt unterhalb der am Berg gelegenen Destille Royal Lochnager und ist die Sommerresidenz von Queen Elisabeth II. Zuerst bin ich gar nicht so begeistert von ihrer Idee, weil ich einfach nur Moped fahren will. Aber ich lasse mich breitschlagen. Die Mopeds dürfen wir direkt vor dem großen Tor des Anwesens parken und alle unsere Sachen werden von einer netten alten Dame für uns in eine Rümpelkammer geschlossen. Im Hänger geht es aufs Anwesen, gezogen von einem Defender. Ach ich liebe diese Autos. Das ist noch was reelles. Vielleicht lag es ja auch daran, dass ich plötzlich doch die Besichtigung machen wollte. ;-)

Das Wetter ist traumhaft; so macht die Tour richtig Spaß. Man sieht schon von weitem das große Schloss, wie es herrschaftlich in der idyllischen Landschaft thront. Das gesamte Gelände ist piko bello ordentlich.

Wir gehen durch den Garten und staunen nicht schlecht, was es hier alles zu sehen gibt. Es wird eigenes Gemüse angebaut und Blumen weden gezüchtet. Schließlich möchte die Queen jeden Sonntag zur Messe das ganze Schloss frisch geschmückt haben. Und da keine Blumen gekauft werden, müssen die selbst gezogen werden. Was für eine Logistik!

Insgesamt kümmern sich 60 Leute um das Anwesen, die auch alle mehr oder weniger dort leben und eine tolle Gemeinschaft sein sollen. Naja, das können wir ja nicht nachprüfen aber es hört sich toll an.

Natürlich hat die Queen auch ein "Gartenhäuschen". Hierher verzeiht sie sich, wenn ihr der ganze Trubel zu viel wird und lässt ihre königliche Seele baumeln. Tja, liebe Queen, wenn Sie mal eine freie Stelle haben, dann würde ich gerne bei Ihnen arbeiten. Ich würde auch zur Not im Gartenhäuschen wohnen, wenn gerade kein Trubel ist.

Tadaaaa! Und hier ist ihre Sommer-Hauptbehausung. Das macht doch mal was her, was? Ganz besonders hat mich die riesen Whiskyflasche in der Vitrine gereizt. Aber ich glaube, wenn ich die mitgehen lasse, komme ich in den Kerker und dann wird das mit dem Gartenhäuschen nichts mehr. Im Schloss durften wir leider nicht fotografieren. Zu besichtigen ist auch lediglich der Ballsaal aber der ist schon ganz nett.

Sogar wilde Tiere haben die hier. Aber ich hab keine Angst vor denen. ;-)

Weiter geht´s Richtung Edinburgh. Wir kommen wieder an einem Skigebiert vorbei, in dem angeblich die Queen und besonders ihre Kinder und Kindeskinder.....bla bla bla. Wahrscheinlich stimmt es sogar aber die sollten mal lieber in die Alpen zum Ski fahren.

Wie fahren von hier aus nach Osten, weil wir an der Küste gen Süden fahren wollen. Die Ostküste Schottlands ist aber sehr viel stärker frequentiert als der Westen und somit für uns nicht halb so schön. Im Gegenteil, irgendwann sind wir gereizt, haben vom Verkehr die Nase voll. Wenn wir mal wieder in Schottland sind, werden wir die großen Städte und den Ostteil der Insel auf jeden Fall meiden.

 

Die Fahrt nach Edinburgh rein ist mal wieder langwierig, anstrengend und echt nervig. Wir haben da mit den Mopeds einfach nichts verloren in den großen Städten. Edinburgh selbst ist schon viel netter als Glasgow. Die Stadt ist lebendiger, schöner und auch irgendwie uriger. Dennoch stellen wir mal wieder fest, dass das echt nichts für uns ist. Bei der nächsten Reise werden wir dieser Erkenntnis endlich gebührend Rechnung tragen. Wir steigen in einem riesigen Hotel direkt in der Nähe des Haymarket ab - und es war die grausamste Hotelerfahrung, die wir bisher gemacht haben. Nun gut, in der Regel bekommen die Motorradfahrer ja auch nicht das beste Zimmer...im Gegenteil. Vielleicht hängt es damit ein wenig zusammen aber das Hotel war laut, stressig, heiß und hatte ziemlich schlechtes Essen. Als man uns am nächsten Tag fragt, ob wir denn zufrieden seien, haben wir ehrlich geantwortet und doch tatsächlich unser Geld zurückbekommen. Na, das nenn' ich dann doch noch Service. Kann man kaum noch was Schlechtes sagen, daher haben wir auch keinen Namen genannt.

Abends schlendern wir noch durch die Stadt und versuchen so viel wie möglich an Eindrücken zu gewinnen. Wir sündigen heute mal richtig und hauen uns beim goldenen M den Bach voll. Man tut das gut. Danach noch ein Bier in einem richtig urigen Pub. Leider bemerken wir den agressiven, betrunkenen Halbstarken erst als wir schon bestellt haben. Man was unangenehm. Also nichts wie weg hier und ab ins Bett.