6. Tag: Oban - Uig, Isle of Skye (280km)

Ein Arbeitskollege von mir, der sich schon öfter mit Schottland beschäftigt hat, meinte wir sollen uns unbedingt das Glenfinnan-Viadukt ansehen, wir müssten doch da irgendwo langkommen. Schließlich diente es schon bei Harry Potter als Kulisse, da muss das doch sicher ganz sehenswert sein. Na gut, hat er wohl recht. Also planen wir die Route so, dass wir tatsächlich da langkommen. 

Und tatsächlich ist die Eisenbahnbrücke ganz nett anzusehen. Wir stapfen bei tropischen Temperaturen rauf und genießen die Aussicht. Uli, danke für den Tipp!

Damn hot! Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass wir keinen Regen in zwei Wochen Schottland hatten? Ich denke, das ist nur ein Ammenmärchen mit dem schlechten Wetter dort.

Wir nehmen die Fähre von Mallaig nach Armadale und kommen so mal wieder zu einer tollen Aussicht und einem Snack zwischendurch. 'Nen Kaffee und die mitgenommenen Äpfel und Müsliriegel geben doch immer wieder Energie für einen langen Tag.

Die Landschaft auf der Isle of Skye ist noch viel schöner, als das bisher gesehene in Schottland. Alles ist irgendwie größer und beeindruckender. Bei Loch Ainort verlassen wir die Hauptverkehrsstraße und nehmen eine kleine Single Track Road, die um die ganze Landzunge führt. Der Zustand ist ziemlich schlecht aber dafür fährt man ja schließlich 'ne Reiseenduro.

Bei Portree biegen wir rechts ab und folgen der Küstenstraße einmal um den gesamten nördlichen Teil der Insel. Auf dem Weg sieht man eine hohe Felsspitze, die wie eine Nadel senkrecht in die Höhe ragt. Das Gebilde wird als Needle Rock bezeichnet.

Kurz danach kann man fantastische Blicke aufs Meer bis hinüber zum Festland erhaschen. Fahrerisch ist dieser Teil der "Insel" genussvoll. Man kann das Moped einfach laufen lassen und die Eindrücke genießen. Der Asphalt ist gut.

Ist klar, ne? Also immer schön Abstand halten vom Abgrund. ;-)

Also uns gefällt es hier jedenfalls bestens und bei dem Wetter kann man eine solche Tour auch nur genießen.

Irgendwann erreichen wir das nördliche Ende der "Insel" und arbeiten uns nun Richtung Süden zu unserem Hotel vor, dem Ferry Inn in Uig. Hier hat man echt das Gefühl, am Ende der Welt zu sein. Viel ist hier nicht mehr aber dafür ist es absolut entspannt. 

Hier hätte ich auch gut zwei Nächte bleiben können. Das Hotel wirkt irgendwie wie ein alter Motorradtreff. Aber außer uns waren keine Biker weiter da. Vielleicht etwas später im Jahr, wer weiß. Wir gönnen uns erst mal ein paar leckere Bier und genießen den Ausblick vorm Hotel. So kann ein toller Fahrtag gerne zu Ende gehen.

Abends gibt es mal wieder was ganz besonders leckeres zu Essen: erst 'ne kleine Portion Scampis, gedünstet in Knoblauch-Butter. Danach esse ich einen peat-smoked Salmon. Jetzt bin ich mir übrigens gar nicht mehr sicher, ob "barley" das meistgebrauchte Wort auf Islay war. Vielleicht war es auch "peat". Das ist nämlich Torf und der ist bei der Whiskyherstellung (im Speziellen auf Islay) genauso unverzichtbar wie Gerste. Und über Torf geräucherter Lachs ist eine Spezialität, die man erstens so schnell nicht wieder bekommen wird und zweitens auch noch ganz hervorragend schmeckt. Kann ich nur empfehlen.