2. Tag: Newcastle - Glasgow (310km)

Der nächste Tag begrüßt uns dunkel und trist. Wir rechnen damit, dass wir heute nass werden. Ist aber auch eigentlich egal, das ist halt die Insel und für die nächsten Tage ist ganz gutes Wetter angesagt. Also fräsen wir uns pünktlich wie die Maurer druchs Frühstücksbuffet, dass wir mit gebucht haben und packen danach unsere Sachen für den Tag.

Im leichten Nieselregen fahren wir von Bord, aber die Regenkombi anzuziehen lohnt sich nicht. Außerdem haben wir ja die Hoffnung, dass es besser wird. Ziel heute ist Glasgow. Vorher wollen wir uns allerdings Gretna Green, das Caerlaverock Castle und Sweetheart Abbey anschauen.

 

Also erst mal durch die Borders, entlang des Hadrianswalls Richtung Schottland. Kurz vor der Grenze wird das Wetter besser und der Nieselregen ist wie weggepustet. An der Grenze heben wir den ersten von zahlreichen Caches in Schottland. Gretna Green ist unser erstes Ziel. Ein kleines Dorf an der Grenze, in dem sich früher besonders minderjährige englische Paare trauen ließen, weil sie dort nicht das Einverständnis der Eltern brauchten. Heute ist es eine richtige Tourifalle. Ganz nett anzusehen aber das war´s dann auch. Und natürlich findet gerade eine Hochzeit dort statt. Nichts wie weg.

Nach dem Tourischreck wollen wir schnell "aufs Land" und endlich die schottische Weite erfahren. Tatsächlich werden wir schon auf dem Weg zum Caerlaverock Castle fündig. Die Burg an sich liegt in einer malerischen Landschaft, mit perfekt gepflegtem Rasen davor. Wir gönnen uns an einem der Tische mit toller Aussicht auf die Burg Scones und einen Kaffee (der übrigens in ganz Schottland mit nur wenigen Ausnahmen immer prima schmeckte). Danach schauen wir uns die Burg an. Nicht ganz billig aber irgendwie muss ja die Armee von Gärtnern bezahlt werden. Eine sehr entspannte Sache und absolut sehenswert. Wir werden auf dieser Reise noch einige Schlösser oder Burgen sehen aber dies ist mit eines der Schönsten.

Nachdem wir uns sattgesehen haben, starten wir Richtung Sweetheart Abbey durch. Meine Recherche im Vorfeld hatte ergeben, dass diese alte Kirche sehenswert sein soll. Wir sind bestimmt fünf mal dran vorbeigefahren, so unscheinbar sieht sie in Realität aus und ist auch nicht besonders auffällig gelegen. Auf den Fotos wirkte alles viel imposanter. Also schnell weg Richtung Glasgow. Dort haben wir ein Hotel mitten in der Stadt und wir können am Abend im ältesten Pub Glasgows nach einer collen Livemusikeinlage den FC Bayern München gegen Chelsea im Champions League Finale verlieren sehen. Als das Ergebsnis fest steht, sind wir uns sicher, wenigstens heile aus dem Pub wieder raus zu kommen. Die Schotten haben den Londoner Sieg allerdings eher stoisch aufgenommen. War für sie wohl eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera;). So tief muss die alte Feindschaft zu den Engländern sitzen. Dabei haben sie doch alle die gleiche Königin, die ihren Sommer auch noch in Schottland verbringt, aber dazu später mehr.